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Soll
man Fremdsprachen denn schon im Kindergartenalter oder in
der Grundschule lernen?
Neurowissenschaftler empfehlen, mit einer Fremdsprache vor
dem 10. Lebensjahr zu beginnen. Die ersten 6 Lebensjahre
des Kindes sind der beste Zeitpunkt, eine Fremdsprache so
fließend wie die Muttersprache und ohne fremden Akzent
zu erlernen. Es gilt also, diese Zeit der besonderen Lautbildungsfähigkeit
zu nutzen. Denn die Sprachlernfähigkeit mit reinem
Klang fängt nach dem 6. Lebensjahr langsam an nachzulassen.
In der Zeit vor dem 7. Lebensjahr werde auch die Gehirnentwicklung
dadurch besonders positiv beeinflusst. Studien zum Thema
Frühe Spracherziehung belegen zusätzliche
erstrebenswerte Auswirkungen: positive Einstellung gegenüber
fremden Kulturen und ihrer Sprache, Interesse am Erlernen
weiterer Fremdsprachen, Entwicklung von Selbstvertrauen.
Neben dem Vorteil, eine akzentfreie Aussprache zu erwerben,
was nur in jungen Jahren möglich ist, gibt es einen
ganz wichtigen Aspekt: Die Hemmschwelle, sich in der fremden
Sprache auszudrücken, wird erst gar nicht aufgebaut.
Denn das geschieht in der Pubertät und begleitet den
späten Lerner oftmals ein Leben lang.
Sind Kinder im Vorschulalter
nicht mit einer Fremdsprache überfordert?
Kleinere Kinder lernen nicht über Grammatik und Vokabeln,
sondern mit allen Sinnen. Sie wachsen ganz entspannt durch
spielen, singen, beobachten und nachahmen in die Fremdsprache
hinein und entwickeln das Gefühl für Sprachharmonie.
Spielerisch erworbene Fähigkeiten steigern das Selbstwertgefühl
sowie den Wunsch und die Fähigkeit, mehr zu lernen.
Kein Leistungsdruck und vor allem keine Zensuren behindern
in diesem Alter den Lerneifer. Wie sehr oder weniger intensiv
der Erwerb einer Fremdsprache verfolgt wird ein Gewinn
ist er allemal.Lernen kleine Kinder eine Sprache anders
als
größere oder wir Erwachsene?
Es gibt einen gravierenden Unterschied zu der Methode, die
man als Erwachsener kennt: die Kinder lernen nicht über
direkte Übersetzung, also nicht über die eigene
Sprache. Kleine Kinder lernen eine Fremdsprache durch Imitation.
Sie speichern sie parallel zur Muttersprache ab. Die so
erworbene Fremdsprachen-Datei dringt in tiefere
Schichten des Gehirns ein als eine Sprache, die später
mit Hilfe des bewussten Denkens erlernt wird.
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